Übers Füttern

Die Ernährungsfrage ist heute heiß diskutiert. Auf der einen Seite der Wolf als Vorbild und die “Philosophie“ der Verfütterung des ganzen Tieres, auf der anderen Seite die Veganer, die einen Hund unter Verzicht nicht nur auf Fleisch, sondern auch jedes andere tierische Produkt – somit auch kein Ei, keine tierischen Fette, keine Milchprodukte – für eine gewisse Zeit am Leben erhalten.

Engels Harlekin | Rohfütterung mit Fleischknochen
Engels Harlekin | Rohfütterung mit Fleischknochen

Diese Wortwahl erfolgte bewusst. Wir halten vegane Ernährung bei Hunden für Tierquälerei. Lassen Sie sich nicht durch “Studien” wie sie etwa von PETA verbreitet werden, und wonach vegan ernährte Hunde angeblich sogar einen besseren Gesundheitszustand aufweisen würden, verführen. Bei näherer Betrachtung basieren diese unverantwortlichen und anderswo widerlegten Aussagen auf Selbstauskünften der Leserinnen und Leser einer PETA-Zeitschrift und stellen bestenfalls ein subjektives Meinungsbild, gewiss keine repräsentative Umfrage und erst recht keine wissenschaftliche Studie auf der Basis valider Daten dar.

Der Hund ist im Wesentlichen Fleischfresser, und weist eine darauf spezialisierte Verdauung und Physiologie auf. Wer damit nicht zurecht kommt sollte auf die Hundehaltung verzichten. Richtig ist allerdings, dass Wolf und Hund neben fleischlicher Nahrung durchaus auch pflanzliche Kost wie Beeren, Wurzeln, Gräser, etc. zu sich nehmen. Beim Haushund wurde jüngst festgestellt, dass dieser sogar in der Lage ist, pflanzliche Stärke zu verwerten.

Neben der Zusammensetzung der Nahrung entzünden sich auch an der Darreichungsform heiße Glaubenskämpfe. Hier treten Fertigfutter aus Dose oder Sack gegen selbst zusammengestellte Rationen an, wobei dann wieder die Frage der gekochten oder rohen Darreichung Anlass zu leidenschaftlich geführten Grundsatzdiskussionen bietet.

Bei allem, was man über Fertigfutter schlechtes sagen kann; und das ist eine Menge, auf Dauer ist es, wenn als Alleinfuttermittel deklariert, selbstgefertigten Mahlzeiten ernährungsphysiologisch in der Regel überlegen. Das allerdings liegt nicht an der herausragenden Qualität der Fertigfutter, sondern daran, dass sich meist Einseitigkeiten und/oder Übertreibungen ergeben, wenn die Mahlzeiten selbst zusammengestellt werden, und insbesondere altersbedingte Veränderungen im Bedarf oft nicht berücksichtigt werden.

Nun mag man zurecht einwenden, dass vor den Sechzigerjahren des letzten Jahrhunderts die Haushunde des Menschen auch ohne Fertigfutter, und zwar in der Regel im Wesentlichen von Abfällen, lebten und dennoch nicht ausstarben. Allerdings hieß es seinerzeit auch noch „Drei Jahre junger Hund, drei Jahre guter Hund, drei Jahre alter Hund“ und zumindest bei unseren Dackeln setzen wir heutzutage dann doch etwas mehr an Lebenserwartung bei guter Gesundheit und Vitalität voraus.

So seltsam es klingen mag: Wir können nur dringend abraten, die Ernährung Ihrer Teckel über selbst zusammengestellte Nahrung zu versuchen, es sei denn, Sie und Ihre Familie bringen die Bereitschaft und die Zeit mit, sich vorher eingehend über die Bedürfnisse Ihrer Hunde zu informieren und sind in der Lage, auf die im Lebenslauf durchaus auch wechselnden Bedürfnisse des Tieres sich einzustellen. Es reicht keineswegs aus, Hackfleisch mit Reis, Nudeln oder Kartoffeln zu mischen und ab und an ein Ei dazu zu reichen! Andererseits ist es auch ein Irrglaube, dass jede Mahlzeit oder auch nur jede Tagesration in sich vollkommen ausgewogen sein und den Nährstoffbedarf des Hundes völlig decken müsste. Dennoch, wer seinen Hund verantwortungsvoll selbst ernähren will kommt nicht umhin, seine Tiere und sein eigenes Fütterungsverhalten ständig selbstkritisch zu beobachten und zu hinterfragen. Wenn Sie nicht sicher sind, das leisten zu können oder auf Dauer leisten zu wollen, ist Ihrem Liebling wahrscheinlich besser gedient, wenn Sie sich einiger der qualitativ besseren Fertigfutter bedienen.

Knochen und Frischfleisch bei Bones for Dogs in Berlin
Knochen und Frischfleisch bei Bones for Dogs in Berlin

Wir reichen in der Hauptsache Rohfutter. Wir barfen, wie man das heutzutage nennt. Das ist für uns kein Dogma. Auf längeren Reisen, als Leckerli oder wenn die Zeit sehr knapp ist, reichen wir durchaus auch ab und an Trockenfutter, wie wir auch Welpen gezielt auch an dieses Futter gewöhnen. Unsere Entscheidung für die Rohfütterung ist unsere Grundentscheidung, die unseren Vorstellungen, Bedürfnissen und Möglichkeiten entspricht, und kein pseudoreligiöser Lehrsatz. Ihre Entscheidung mag aufgrund der bei Ihnen herrschenden Bedingungen anders und, so lange sie nicht vegetarisch oder vegan lautet, genauso legitim ausfallen.

Wir geben im Einzelfall gerne Auskunft über unser Ernährungskonzept und dessen einzelne Bestandteile; dies ist aber in keinem Fall als Blaupause zu verstehen und entlastet Sie nicht davon, sich weiter gehend zu informieren und Ihre Entscheidungen eigenverantwortlich selbst zu treffen.

Jedenfalls: Wenn Sie Ähnliches vorhaben, schauen Sie doch einmal beim nächstgelegenen Frischfutterhändler vorbei oder lassen sie sich grünen Pansen, Blättermagen, Euter, etc. tiefgefroren liefern und tauen es sachgerecht auf. Dann schauen Sie, riechen Sie und fragen Sie sich, ob Sie damit täglich umgehen wollen, in welcher Küche das geschehen und in welchem Kühlschrank das (zwischen-) gelagert werden soll. Es ist nicht jedermanns Sache, eine Schüssel grünen Lammpansens neben einer Schale Mousse au Chocolat stehen zu haben, und aus hygienischen Gründen auch nicht wünschenswert. Selbst wenn Sie selbst insoweit robust sein sollten muss das nicht für sämtliche Haushaltsangehörige gelten…

Zum Weiterlesen… [Zur Ernährung des Hundes – von Swanie Simon]
Die verlinkten Inhalte geben nicht in jedem Fall die Auffassungen der Botzensteiners wieder; bleiben Sie -nicht nur hier- kritisch.

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